Die 4 Seiten einer Nachricht – Vorstellung eines immer noch aktuellen Kommunikationsmodells

Wer gut kommunizieren kann, hat es bekanntlich im Beruf und im Privatleben leichter. Leider sind in unserem Alltag Missverständnisse in der Kommunikation sehr geläufig. Oft merken wir während eines Gesprächs, dass unsere Worte beim Gesprächspartner anders ankommen als beabsichtigt. Woran liegt es, dass wir uns so oft missverstehen? Ein Kommunikationsmodell aus dem Jahr 1981 klärt uns auf.
Die 4 Seiten einer Nachricht – Vorstellung eines immer noch aktuellen Kommunikationsmodells
© rh2010
Erstellt von LAS-Redaktion vor 3 Monaten
Teilen

Hintergrund

Der Psychologe Friedemann Schulz von Thun hat ein Kommunikationsmodell erstellt, das als “Vier-Seiten-Modell" inzwischen über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt ist. In diesem Modell wird davon ausgegangen, dass jede Nachricht immer die folgenden vier Seiten beinhaltet: Sie hat einen Sachinhalt, eine Beziehungsaussage, eine Selbstoffenbarung und einen Appell. Diese Ebenen können vom Sender einer Nachricht bewusst oder unbewusst vermittelt werden. Der Empfänger nimmt den Inhalt ebenfalls auf diesen vier Ebenen wahr. Deshalb ist der Inhalt der Seiten stark von den beiden Kommunikationspartnern und der Situation abhängig, in der sie sich befinden. Schon eine einfache Aussage kann sehr unterschiedliche Seiten haben und viel Potenzial für Missverständnisse bergen. Das wollen wir nun anhand des folgenden Beispielsatzes verdeutlichen. Eine Frau sagt zu ihrem Mann: “Ich gehe jetzt einkaufen”.

Sachinhalt

Auf der Sachebene wird die reine Information der Nachricht kommuniziert. Der Sender hat die Aufgabe, sein Anliegen durch seine Formulierung deutlich zu machen, sodass es zu keinem Missverständnis kommt. Im Beispiel ist der Sachinhalt der Nachricht, dass die Frau jetzt einkaufen geht.

Selbstoffenbarung

Bei jeder Nachricht gibt der Sender auch etwas über sich preis, wie dessen Gefühle, Ansichten, Werte sowie Bedürfnisse sind. Dies kann durch explizite Kommunikation erfolgen, aber auch durch implizite. In unserem Beispiel könnte die Frau in ihrer Äußerung darauf hinweisen wollen, dass sie gerade allgemein viel zu tun hat und sich zusätzlich noch um den Einkauf kümmern muss.

Beziehung

Kommunikation findet immer zwischen einem Sender und einem Empfänger statt. Sprache ist wie eine symbolische Brücke, eine Nachricht enthält auch immer eine Information über die Beziehung der beiden Personen zueinander. Mit der Aussage könnte die Frau dem Mann mitteilen wollen, dass sie viel häufiger einkaufen geht als er.

Appell

Normalerweise möchten wir mit unserer Nachricht etwas erreichen und eine Reaktion des Empfängers hervorrufen. In diesem Fall könnte die Frau den Mann dazu anregen wollen, dass er sich mehr am Haushalt beteiligt.

Fazit

Wenn Sender und Empfänger die verschiedenen Ebenen unterschiedlich deuten oder gewichten, kann es schnell zu Missverständnissen kommen. Wie ersichtlich wurde, kann schon hinter den einfachsten Sätzen viel mehr stecken als es im ersten Moment erscheinen mag. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein persönliches Gespräch, ein Telefonat oder eine schriftliche Konversation handelt. Vielleicht liefert dir dieses Modell einen Denkanstoß und du erinnerst dich daran zurück, wenn du Probleme in der Kommunikation hast – von Schreibproblemen ganz zu schweigen.

Gefällt dir was du siehst? Teile es!

Kommentare

Registeren oder anmelden um zu kommentieren.