Sprachliche Kuriositäten – 3 unterhaltsame und vermeidbare Fehler

Die deutsche Sprache ist voller Tücken. Einigen ist dies eine Last, andere wiederum fühlen sich durch sprachliche Kuriositäten unterhalten. Besonders unterhaltsam wird es, wenn sich durch Fehler ein Paradoxon ergibt – wenn Autoren ihre eigene Berufsbezeichnung falsch schreiben, sich die Getrennt- und Zusammenschreibung selbst widerspricht oder wenn beim Korrekturlesen nicht richtig Korrektur gelesen wird.

Sprachliche Kuriositäten – 3 unterhaltsame und vermeidbare Fehler
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Erstellt von LAS-Redaktion vor 4 Monaten
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Das Schicksal des Autors oder des Autoren?

Autoren haben es nicht leicht. Wer als freier Autor tätig ist, hangelt sich von Auftrag zu Auftrag und die Leistung wird stets kritisch beäugt, weil die Berufsbezeichnung nicht geschützt ist und sich auch Hobbytexter Autoren nennen dürfen.

Peinlich aber wird es, wenn sie als professionelle Schreiber Probleme mit der Deklination haben. Das Wort “Autor”, welches aus dem Lateinischen stammt und Urheber bedeutet, wird im Genitiv oft und gerne mit einem “en” versehen: “Die vielbesprochenen Bücher des Autoren Bernhard Schlink”. Dieser grammatikalische Irrläufer rührt vermutlich daher, dass der Plural in allen Fällen mit der Endung “en” versehen wird. Im Singular jedoch haben diese beiden Buchstaben hier nichts verloren und ein “s” ist völlig ausreichend.

Gleiches gilt übrigens auch für ähnliche Wörter, die auf “or” enden: Das Dröhnen des Motors, das Zetern des Direktors, die Zähne des Alligators. Demnach wird “Autor” wie folgt dekliniert:

SingularPlural
Nominativder Autordie Autoren
Genitivdes Autorsder Autoren
Dativdem Autorden Autoren
Akkusativden Autordie Autoren

Wird zusammenschreiben zusammengeschrieben?

Manche Regeln lassen sich nicht logisch herleiten und müssen daher auswendig gelernt werden. Die Eselsbrücken, die einem in der Schule zum Halse raushingen, können im Erwachsenenalter jedoch wieder sehr nützlich sein. Genauso wie “gar nicht” gar nicht zusammengeschrieben wird, kann man sich merken: “Zusammengeschrieben” wird zusammengeschrieben, “getrennt geschrieben” wird getrennt geschrieben. “Getrennt schreiben” zusammenzuschreiben wäre doch schließlich unlogisch, oder?

Dass es hierfür keine Herleitung gibt, stimmt nicht ganz. Diese ist nur etwas unzugänglicher als die Eselsbrücke. Prinzipiell kann man sich als Regel der Getrennt- und Zusammenschreibung merken:

Nomen und Verben, Verben und Verben und Adjektive und Verben schreibt man immer getrennt.

Die einzige Ausnahme ist eine Änderung der Bedeutung.

Beispiele:

  • schwerfallen (mühsam) im Gegensatz zu “schwer fallen” (stürzen)
  • sitzenbleiben (ein Schuljahr wiederholen) im Gegensatz zu “auf einem Stuhl sitzen bleiben"
  • richtigstellen (berichtigen) im Gegensatz zu “etwas richtig (hin)stellen”

Wenn nach dem Korrekturlesen Korrektur gelesen werden muss

Das Korrekturlesen ist ein wichtiger Aspekt des wissenschaftlichen Arbeitens. Die erste Hausarbeit, Bachelor- und Masterarbeiten bis hin zur Doktorarbeit – diese wissenschaftlichen Texte, aber auch andere Textsorten, sollten von ihren Verfassern hinterher gegengelesen werden. In wichtigen Fällen kann man sich auch ein zweites Augenpaar heranziehen und seinen Text Korrektur lesen lassen.

Immer wieder liest man die wildesten Schreibweisen dieses Vorgangs. Heißt es “Korrektur lesen”, “Korrekturlesen”, “korrekturlesen” oder sogar “korrektur lesen”? Auch hier ist die oben genannte Faustregel anwendbar: Die “Korrektur” ist ein Substantiv und “lesen” ein Verb und aus diesem Grund heißt es: Texte Korrektur lesen.

Sobald ein Artikel ins Spiel kommt, sieht es schon ganz anders aus. Das Korrekturlesen hingegen ist zwar eine Tätigkeit, gilt aber durch den Artikel als substantiviertes Verb. Genauso wie im Falle von “das Fahrradfahren” oder “das Blumengießen” werden hier Nomen und Verb zu einem Wort verbunden – und nicht wie etwa Hybridwörter mit einem Bindestrich versehen – und großgeschrieben.

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