"Komm, wir essen, Opa" vs. "Komm, wir essen Opa". Wie du richtig Komma setzt!

Manche benutzen sie zu häufig, andere gar nicht. Bei der Textgestaltung schenken die meisten der richtigen Kommasetzung am wenigsten Beachtung. Dabei sind Kommas aus den verschiedensten Gründen wichtig. Sie formen einen Satz, geben eine Lesegeschwindigkeit vor und helfen einen Text zu strukturieren. Um so wichtiger ist es, dass Kommas am richtigen Platz erscheinen. Tun sie es nämlich nicht, kann die beabsichtigte Aussage eines Textes bis zur Mehrdeutigkeit hin verfälscht werden.

"Komm, wir essen, Opa" vs. "Komm, wir essen Opa". Wie du richtig Komma setzt!
© chorniy10
Erstellt von LAS-Redaktion vor 2 Jahren
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Auch belesene Muttersprachler können sich mit manchen Fragestellungen im Bezug auf Kommasetzung abplagen. Das liegt vor allem an dem großen Regelwerk, das mit der Kommasetzung einhergeht. Im Deutschen werden die Kommata nämlich nicht nach phonetischen Regeln eingefügt, was vielleicht durch eine gefühlsbetonte Herleitung die Setzung vereinfachen könnte. Hier gilt ein rein grammatikalisches Regelwerk, das früh in der Schule erlernt wird und sich im Laufe der Zeit mit eigenen Herleitungen verwässert. Die folgende Auflistung soll dazu dienen, die mühselig im Unterricht erarbeiteten Instruktionen aufzufrischen.

Aufzählung

Die erste und einfachste Regel der Kommasetzung ist die der Aufzählung. Gleichrangige Wörter werden, sobald sie nicht durch "und" oder "oder" verbunden werden, getrennt. Das gilt auch für die Reihung von Adjektiven.

Karl fuhr Skateboard, Inline-Skates, einen Scooter und ein Hoverboard.

Satztrennung

Kommasetzung ist ebenfalls wichtig bei der Trennung von Neben- und Hauptsätzen. Nebensätze sind mittels einer Konjunktion oder durch einen Relativsatz ausgezeichnet.

Alle lachten laut, als Karl umfiel.

Ich fand aber nicht, dass das nicht lustig war.

Als eine Kombination aus beiden oben genannten Regeln, tritt die Kommasetzung bei der Trennung von Hauptsätzen auf.

Ich lachte nicht, Petra lachte laut, Karl schrie laut auf.

Einschübe

Auch Beifügungen und Einschübe im Satz werden in Kommata eingeschlossen.

Karl, jetzt am Boden, wurde wütend.

Konjunktionen

Bestimmte Konjunktionen verlangen ein Komma. Zum Beispiel gleichrangige Konjunktionen wie "und", "sowie" und "oder". Eine entgegengesetzte Konjunktion ist ebenfalls ein Anhaltspunkt, dass hier ein Komma hin muss.

Nicht nur sein Hoverboard, sondern auch seine Inline-Skates gingen in Flammen auf.

Anreden und Ausrufe

Der Anfang eines Satzes kann zusätzlich Anhaltspunkte für die Kommasetzung geben. So steht nach Anreden und Empfindungswörtern ein Komma.

Herr Wachmeister, der Karl ist eine Zumutung!

Hilfe, jetzt brennt auch noch der Scooter.

Infinitivgruppe

Besonders verwirrend ist die Regelung um das erweiterte Infinitiv. Nach der neu reformierten Rechtschreibung kann da das Komma in vielen Fällen weggelassen werden. Jedoch tragen die neuen Regelungen mehr zur Verunsicherung bei, als das Schreiben zu erleichtern. Im Zweifelsfall sollte man sich da auch zu Abklärung an einen Profi wenden und ein professionelles Korrektorat ausführen lassen. In diesem Fall kann man sich diesen einfachen Leitsatz merken: Der Infinitiv ist die Grundform des Verbs und gilt als Infinitivgruppe, sobald dieser in einem Satz mit dem Wort "zu" erscheint. Hier besagt die Grundregel, dass Infinitivgruppen durch ein Komma vom Rest des Satzes getrennt werden.

Ich versuche, Karl schnell hoch zu helfen.

Sonstiges

Auch bei mehrteiligen Datums- und Zeitangaben findet eine Kommatrennung statt.

Es war Dienstag, der 12. Juli 2016.

Beinhaltet ein Satz, neben weiteren Satzteilen, eine direkte Rede, wird diese durch ein Komma abgetrennt.

"Das war lustig!", schrie Petra.

Korrekte Kommasetzung ist nicht nur Übungssache. Hältst du dich aber an diese Regeln, wirst du mit der Zeit ein Gefühl für das richtige Setzen entwickeln. Viel Erfolg.

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