Tipps zum Schreiben von Hausarbeiten und Co.

Es gibt viele Bücher darüber, wie man wissenschaftliche Arbeiten verfasst. Zur Genüge wird darin beschrieben, wie man seine Arbeit an dem Werk zeitlich organisiert, wie man strukturiert vorgeht, wie und wo man recherchiert, wie man zitiert, gliedert, schreibt, Schreibblockaden auflöst etc. Das alles soll hier nicht schablonenhaft wiederholt werden. Es sollen hier kurz ein paar persönliche Erfahrungen dargestellt und sich daraus ergebende Tipps abgegeben werden.

Tipps zum Schreiben von Hausarbeiten und Co.
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Es ist gut zu wissen: Professoren, Dozenten, Seminarleiter sind keine Unmenschen, und sie verlangen auch nichts Unmögliches.

Gerade Studenten in den ersten Semestern haben vor ihren ersten Hausarbeiten oftmals einen Riesenbammel. Nicht nur aktuelle prominente Fälle haben gezeigt, dass die Grenzen zwischen eigenem Werk und Plagiat manchmal nicht so eindeutig sind. Viele Studenten sind unsicher: Wie oft und wie lang darf zitiert werden? Außerdem besteht die Gefahr, dass wenn man viele Werke von ein und dem selben Autor oder zu ein und dem selben Thema liest, dass man dann automatisch die Ausdrucksweise aus diesen Werken übernimmt. Manch einem liegt das Schreiben überhaupt nicht. Manch einer sprüht vor Kreativität, hat jedoch erhebliche Probleme damit, Arbeiten zu strukturierten und zu gliedern. Keine Angst: Die ersten Hausarbeiten werden in der Regel nicht so streng bewertet und stehen noch mehr im Zeichen einer positiven Rückmeldung mit Verbesserungsvorschlägen. Knallhart und unbarmherzig zeigt man sich allerdings – und das von Beginn an – hinsichtlich des Zitierens. Wer ohne Quellenangaben zitiert, fliegt raus.

Gewisse Regeln sind also notwendig, damit eine wissenschaftliche Arbeit gelingen kann. Eine der wichtigsten lautet: Das Thema bzw. die Fragestellung muss interessant und aktuell sein! Das heißt, der Autor muss schon sehr viel Überzeugungskraft in die Einleitung investieren. Es muss hier plausibel begründet werden, warum dieses Thema Aktualität besitzt bzw. einen Nutzen im wissenschaftlichen Diskurs aufweist. Hier darf der Autor (Student) dem Leser (Professor) durchaus eine bestehende Notwendigkeit der Klärung ebendieser Fragestellung suggerieren. Je überzeugender dies gelingt, umso neugieriger wird der Leser auf den Hauptteil der Arbeit, freut sich auf das, was kommt und liest mit großem Interesse weiter. Das wirkt sich insgesamt nachhaltig aus.

An einem guten Anfang wird der Rote Faden aufgenommen, der sich über das gesamte Werk ausrollt. Diese Anfangsgedanken müssen im Hauptteil des Werkes immer wieder mal – aus verschiedenen Perspektiven – ins Gespräch gebracht werden. Ob nun aus Sicht verschiedener Definitionen, aus Sicht eines historischen Abrisses, aus Sichtweisen des bisherigen und aktuellen Diskurses etc.: Bezüge zur Ausgangsfrage müssen immer wieder hergestellt werden. Es muss der Eindruck entstehen, dass der Leser an allen Stellen des Werkes in sicheren Händen ist. Der Autor weiß zu jedem Zeitpunkt, wovon er spricht, und seine Argumentation erscheint zielführend.

Ein guter Schluss muss am Ende das Gefühl vermitteln, angekommen zu sein. Ja, da ist ein Ergebnis, eine interessante – vielleicht neue – Erkenntnis. Oder es bietet sich eine neue Perspektive, aus der das Problem noch nie betrachtet wurde. Eine neue Sichtweise, die aufgrund der „überzeugenden Arbeit“ tatsächlich interessant erscheint, sodass sie für den aktuellen wissenschaftlichen Diskurs auch eine wirkliche Bedeutung haben kann. Der Kreis der Überzeugungsarbeit von Anfang an schließt sich.

Etwas genauer zur Vorgehensweise

Den Auftakt der Arbeit bildet lesen, lesen und nochmals lesen. Wikipedia eignet sich nur zum herantasten an das Thema und sollte möglichst nie zitiert werden. Beim Recherchieren im Internet und in Bibliotheken schälen sich „wichtige“ Autoren heraus, deren Werke man unbedingt gelesen haben sollte und die unbedingt zitiert werden müssen. Wichtig: Zugriffsdaten (wie Internetadresse mit Datum, wie Quellenangaben, zitierte Seiten und Literaturverzeichnisse von Printmedien) immer kopieren und notieren!

Es kursieren auch viele Haus-, Diplomarbeiten und Dissertationen als PDFs im Internet. Manche sind richtig gut, weil sie oftmals besser als Fachliteratur zum Themenverständnis beitragen können. Auch solche Arbeiten können zitiert werden. Überhaupt ist es erwünscht, viel zu zitieren. Schließlich soll sich ja der zu verfassende Beitrag in die aktuelle Diskussion einbringen können. Es gibt zwar keine Vorgaben, aber ein bis zwei neu zitierte Quellen pro Seite sind üblich (z. B. bei einer 15-seitigen Hausarbeit ca. 15 bis 30 verschiedene Quellen im Literaturverzeichnis).

Anfangs müssen möglichst viele verschiedene Argumente des wissenschaftlichen Diskurses zusammengetragen werden. Anhand der gesammelten Informationen ergibt sich meist eine interessante Fragestellung. Am besten eignen sich die Themen, zu denen man eine gewisse Emotionalität aufbauen bzw. eine eindeutige Positionierung einnehmen kann. Weil: Nur für diese Themen kann ein Autor auch „brennen“, also ins Schreiben kommen und im Schreibfluss bleiben. Die Hauptarbeit besteht also im Sammeln und Deuten von wissenschaftlichen Argumenten für den Hauptteil der Arbeit. Erst am Ende werden Einleitung und Schluss geschrieben. Denn erst durch den Hauptteil ist zu erkennen, worauf alles hinführt und hinausläuft. Auch Übergänge zwischen den Kapiteln machen sich nicht schlecht. Z. B. kann am Ende eines Kapitels begründet werden, wie im nächsten Kapitel und weshalb so und nicht anders weiter verfahren wird. Auch dieses Stilmittel dient der Erkennung des Roten Fadens.

Alle bisherigen „Arbeits-Überschriften“ für die einzelnen Kapitel sollten zum Schluss noch mal überdacht werden. Sie sollen schließlich in extrem verdichteter Form eine Aussage zum Inhalt des Kapitels machen. Es kann nicht schaden, sich auch mal originelle Überschriften einfallen zu lassen, die einen gewissen Steigerungs- oder Entwicklungsprozess im Inhaltsverzeichnis darstellen. Schließlich stellt das Inhaltsverzeichnis am Anfang des Werkes so etwas wie eine Visitenkarte dar: Interessant oder nicht interessant, logisch oder weniger logisch gegliedert? Das Werk sollte auch nicht durch kleine Kapitel und viele Überschriften „zergliedert“ werden. Da macht sich sofort Unlust beim Leser breit.

Die wissenschaftliche Arbeit sollte erst betitelt werden, wenn alles andere fertig ist. Auch hier gilt die Devise: Der Titel muss interessant sein, aufmerksam machen, provozieren, Neugier wecken… Wenn dann der Titel aufgrund seiner Originalität nicht genügend Informationen enthält, gibt es ja noch die Möglichkeit, diese notwendigen Informationen im Untertitel unterzubringen.

Es müssen natürlich auch die Formalia der jeweiligen Hochschule eingehalten werden. Manchmal haben Professoren aber auch eigene Wünsche (bestimmte Schrifttypen, Schriftgrößen, Zeilenabstände, Ränder etc.), auf die man dann auch eingehen sollte. Die angegebenen Seitenzahlen sollten weder unter- noch überschritten werden. Ziel soll ja sein, effizient und zielführend auf den Punkt zu kommen, Überflüssiges wegzulassen, einen vorgegebenen Rahmen einzuhalten etc.

Und zum Schluss:
Auch wenn der Abgabetermin immer näher rückt: Pausen, Bewegung und Ablenkung vom Thema sind extrem wichtig! Diese Zeiten des Müßiggangs schaffen Platz im Gehirn für Denken in neuen Kontexten, fürs Querdenken, für assoziatives und universelles Denken, für Kreativität.

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