Wie sprichst denn du? – Eine kleine Dialekt-Kunde

Wer viel innerhalb Deutschland reist, wird festgestellt haben, dass es mancherorts schwieriger ist, die Leute zu verstehen, obwohl die Sprache eigentlich die Gleiche ist. Es gibt nicht nur ein Deutsch, sondern verschiedene Varietäten und eben auch Dialekte, die von Region zu Region unterschiedlich sind. Anlässlich des Tags der Muttersprache, der am 21. Februar stattfand, nehmen wir euch auf eine kleine und historische Dialekte-in-Deutschland Tour mit.
Wie sprichst denn du? – Eine kleine Dialekt-Kunde
© cottonbro
Erstellt von Mareike_ vor 6 Monaten
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Was heißt Dialekt?

Das Wort Dialekt kommt aus dem Griechischen und kann ins Deutsche übertragen als „Gespräch und Redensweise von Gruppen“ bezeichnet werden. Dialekte sind also lokale oder regionale Sprachvarietäten und sollte nicht mit dem Begriff „Akzent“ verwechselt werden. Akzente beziehen sich nur auf die Aussprache von Wörtern. Dialekte wiederum können sich in Bezug auf die Standardsprache, Phonologie, Grammatik und Syntax stark voneinander unterscheiden. Jeder Dialekt stellt ein eigenes System mit eigenen Regeln dar.

Der Anfang der Dialekte

Wenn wir uns die Sprachgeschichte im germanischen Raum anschauen, wird schnell klar, dass es schon immer Dialekte gegeben hat. Die ersten germanischen Stämme unterschieden sich lokal sehr in ihrer Mundart. Die frühen germanischen Sprachen, wie das Altsächsische, das Altenglische oder das Gotische, entstanden. Geschrieben wurde jedoch weiterhin alles auf Latein.

Die zweite Lautverschiebung (Hochdeutsche Lautverschiebung) führte zu einer Trennung der Regionalsprachen in hochdeutsche (in Süd- und Mittel-Deutschland) und niederdeutsche (im Norden) Sprecher*innen.

Die niederdeutschen Regionalsprachen blieben von der Lautverschiebung verschont. Die Lautverschiebung prägte vor allem die Konsonanten „p“, „t“ und „k“. Das „p“ wurde zu „pf“ oder „f“. Ein Apfel hieß im Norden Deutschlands weiterhin „Appel“.

Der Konsonant „t“ veränderte sich durch die zweite Lautverschiebung in „s“ und „z“. Daher sagen die Menschen im Süden „was“, „das“ und „Wasser“, während diese Wörter im Norden teilweise „dat“, „wat“ und „Water“ ausgesprochen werden.

Die dialektale Grenze, die dadurch entstand, wird auch als Benrather Linie oder maken-machen-Linie bezeichnet. Der Sprachwissenschaftler Georg Wenker benannte sie im Jahr 1877 nach dem Ort Benrath. In der Nähe von Benrath wird sie vom Rhein überschritten.

Wie viele Dialekte werden in Deutschland gesprochen?

In der heutigen Zeit werden in Deutschland 16 Dialektverbände unterschieden. Dazu gehören beispielsweise Bayerisch, Alemannisch, Ostfränkisch, Westfälisch, Brandenburgisch oder Nordniederdeutsch. Natürlich können diese Verbände nicht streng in einem Gebiet eingegrenzt werden. Meistens bestehen breite Übergangsgebiete.

Menschen, die auf dem Land leben, sprechen sehr viel häufiger Dialekte, als die, die in der Stadt zuhause sind. Dialektsprechende sind dennoch in allen sozialen Schichten vertreten. Die weitläufige Meinung, dass Dialekte nur von weniger gebildeten Menschen gesprochen werden, ist demnach nicht belegbar.

Alle, die jetzt noch mehr zur deutschen Dialekt-Landschaft erfahren wollen, können sich durch den Dialektatlas der Deutschen Welle klicken.

Lass-andere-schreiben.de wünscht viel Vergnügen. „Kiek mol wedder in“!

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