Historische Aspekte des 18. und 19. Jahrhunderts (jeweils ohne Fußnoten)

Zur Patriotismus- und Nationalterminologie im 18. und 19.

Erstellt von marack7373 vor 7 Jahren
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Jahrhundert

Im folgenden soll der Blick auf das zeitgenössische Patriotismus- und Nationalverständnis gerichtet werden. Dies ist notwendig, da, wie bereits Rudolf Vierhaus es für den Begriff Patriotismus, der als Grundlage jeglicher nationaler Diskussion zu begreifen ist und deshalb für diese Studie von elementarem Wert sein muss, festgestellt hat, die Inhalte und Zielsetzungen „nicht ohne weiteres mehr die unseren sind“. Denn besonders die politischen Geschehnisse des 19. Jahrhunderts mit ihren „Identifikationsanforderungen eines verspäteten und deshalb forcierten Nationalismus“ trugen explizit in Deutschland die Verantwortung für einen inhaltlichen Verständniswandel. Während der mittelalterliche und frühneuzeitliche Patriotismusbegriff vorrangig durch eine bestimmte Landeszugehörigkeit oder Relation zu einer mit diesem Land verbundenen Herrscherperson konnotiert war, und auch die „Nation“ zumeist nur zur Unterteilung der studentischen Gruppierungen an den Universitäten diente, änderten sich die Begriffsinhalte im 18. Jahrhundert in besonderem Maße. Ab Mitte des 18. Jahrhunderts kann nicht nur die nun vielfache Verwendung der Patriotismusterminologie in Schriften und Publikationen festgestellt werden, sondern es fällt außerdem auf, dass Patriotismus immer stärker als eine vaterländische Verbundenheit und Identifikation erkannt wurde.

Modifikationen innerhalb des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation am Ende des 18. Jahrhunderts

Die Veränderungen im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation sind nicht monokausal als Resultat des revolutionären Einflusses aus Frankreich zu erklären. Die Ursachen sind vielmehr zum großen Teil bereits als Ergebnisse der deutschen Aufklärungsbewegung, von welcher Österreich und besonders Preußen schon vor der Zäsur des Jahres 1789 beeinflusst waren, zu erkennen. In der Idee des Gesellschaftsvertrages war es so beispielsweise bereits der veränderte Herrschaftsanspruch Friedrichs II. gewesen, nicht durch die Legitimation eines „Gottesgnadentums“ zu regieren, sondern als Diener des eigenen Volkes für dessen Wohl und Sicherheit zu sorgen. Hauptsächlich daraus folgend wurde so 1791/94 das Preußische Landrecht mit der Prämisse einer bürgerlichen Libertät verabschiedet. Und das Prinzip der Leistung oder der besonderen Fähigkeit sollte dem der aristokratischen Geburt gleichgestellt werden - allesamt Indizien eines Reformprozesses, der dem revolutionären Einfluss aus Frankreich vorausgegangen oder entgegengestellt worden war

Wissenschaft und Universitäten in der Moderne

Der Trend der vielfachen Neugründungen von Universitäten im Europa des 17. Jahrhunderts setzte sich im Folgejahrhundert zwar fort. In Anbetracht der Tatsache, dass im 18. Jahrhundert den 28 Hochschulneugründungen 29 Aufhebungen gegenüberstanden, muss jedoch eine Stagnation und „Sättigung“ im europäischen Universitätswesen festgestellt werden. Die unmittelbare Bindung der deutschen Universität an ihren jeweiligen Landesherren - und auch im Zeitalter der Aufklärung überdies noch immer an die Landeskonfession - hatte beispielsweise zur möglichen Folge, dass der Verlust der territorialen Herrschaft des Landesfürsten gleichfalls das Erlöschen einer Universität nach sich ziehen konnte. So darf es nicht verwundern, dass es infolge der entscheidenden territorialen Neuordnungen in den unmittelbaren Jahren nach der Wende zum 19. Jahrhundert zur Liquidierung einer Vielzahl von Universitäten kam. Und vor allem durch die napoleonische Expansion breitete sich zudem die Gefahr von Universitätsschließungen und die Ersetzung der Universitäten durch Spezialschulen nach französischem Modell aus. Sehr unterschiedliche Gründe trugen jedoch die Verantwortung, dass es dieser Entwicklung letztlich nicht allumfassend gelang, die gesamte akademisch-wissenschaftliche Situation in Deutschland auf derart radikale Weise zu deformieren

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