Der Vorlesungssaal für Elektrotechnik, Informatik und Maschinenbau an deutschen Hochschulen ist auf den ersten Blick, wie jeder andere Vorlesungssaal auch beschaffen: schlechte Beleuchtung und ein Dozent vor einem überfüllten Raum mit mehr oder minder motivierten Zuhörern. Eines fällt bei näherer Betrachtung dann doch ins Auge: Hier sitzen in erster Linie junge Männer. Hier kommen die meisten wohl wirklich nur wegen der Vorlesung und nicht um heimlich zwischen den Bänken etwas zu flirten. Der spröde Ruf der MINT-Fächer spiegelt sich auch in der scheinbar gleichbleibend männlichen Besetzung im Studium wider. In der Elektrotechnik beispielsweise sind 90 Prozent der Studenten Männer. Frauen gelten hier schnell als Exotinnen. Aber insgesamt kippt die einstige Männerdomäne der MINT-Berufe langsam. In der Luftfahrt sind bei Bewerbungen zunehmend Absolventinnen gefragt. Doch was führt in erster Linie zu diesem Ungleichgewicht?

Festgefahrene Rollenbilder bei der Studienwahl

In Deutschland sind Studentinnen bei der Studienwahl in den MINT-Bereichen immer noch unterrepräsentiert, in den Ingenieurwissenschaften liegen wir sogar weit unter dem EU-Durchschnitt. Doch kulturelle Veränderungen geschehen nicht über Nacht, neue Rollenbilder müssen sich erst deutlich herauskristallisieren, bevor sie sich etablieren können. Dies in Bewegung zu setzen, ist Aufgabe zahlreicher Initiativen, die mit Mentoring-Programmen und gezielter Nachwuchsförderung, wie bespielsweise: Komm, mach MINT, bereits in den Schulen dazu ansetzen, Mädchen zu ermutigen, sich in den MINT-Fächern mehr zu engagieren.

Dass Frauen in Fächern wie Germanistik oder Erziehungswissenschaften meist deutlich in der Mehrheit vertreten sind, liegt auch an der Prägung und Sozialisation seitens der Institution Schule. Veralterte Lehrmodelle tragen dazu bei, das Jungs deutlich stärker darin bekräftigt werden sich in Fächern wir Mathematik oder Physik stark zu machen, während Mädchen eher ein natürliches Interesse und ausgeprägteres Talent für Sprachen bescheinigt wird. Ebenso sind die Erwartungen an das Sozialverhalten der Mädchen oft auch im familären Umfeld deutlich mehr auf bestimmte stereotype Verhaltensweisen ausgerichtete, die Mädchen, aber auch Jungs in festgelegte Rollenbilder zwängen.

Eine Idee für die Studienwahl? Mädchen in MINT-Berufen

Bei den Förderungen geht es natürlich nicht drum, aus jedem Mädchen eine angehende Technikerin oder Ingenieurin zu machen, vielmehr sollen Begabung im Bereich Mathematik oder Technik rechtzeitig gefördert werden, damit die Studienwahl dann auch nach eigenen Interesse und nicht aufgrund von Prägungen ausfällt. Zudem erwarten die Mädchen in diesen Fachbereich später Vollzeitstellen mit doppelt so hohen Gehältern wie in den Geisteswissenschaften. Die Chancen auf dem MINT-Arbeitsmarkt sind extrem hoch, wie die Infografiken des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft e.V. verdeutlichen.

Bei der Studienwahl eines MINT-Faches sind Frauen besonders am Nutzen des Studienganges interessiert, daher sind technische Studiengänge mit einem regenerativen oder ökologischen Fokus bei Frauen auch besonders beliebt. Die Anforderungen an StudentInnen sind dabei aber für alle gleich, jeder muss dieselben Hürden während der ersten Semester überwinden. In der Elektro- und Informationstechnik sind dies zum Beispiel: zwei Programmiersprachen, Physik, Elektrotechnik und Mathematik.

Warum und wie studieren Frauen ein MINT-Fach?

Besonders an der Mathematikwissenschaft scheitern auch viele StudentInnen – Männer und Frauen. Ein bestimmtes Niveau an mathematischem Grundverständnis ist daher unabdingbar, wer einen Coach braucht bei bestimmten Aufgabe wendet sich dafür auch gerne an einen Experten, Ghostwriter bieten zum Beispiel auch oft ein Coaching bei Lern- oder Schreibblockaden an. Auch Vorkurse an der Uni können helfen, das Grundwissen auf das Studium vorzubereiten, einige Hochschulen bieten auch Ferienkurse für SchülerInnen an, die sich für ein MINT-Studium interessieren.

Was man als Frau in einer Männerdomäne auch noch braucht, kann kein Kurs oder Experte hervorbringen: das nötige Selbstbewusstsein. Manchmal herrscht hier ein anderer Ton, der gerade dann, wenn man unterrepräsentiert ist, stark verunsichern kann. Allgemein gilt die Hilfebereitschaft unter den Männern in MINT-Studiengängern gegenüber Frauen aber als sehr hoch. Netzwerke oder die Teilnahmen an einem Mentorinprogramm sind aber auf jeden Fall empfehlenswert, um den Herausforderung des Studium begegnen zu können. Dann ergibt sich neben dem MINT-Studium vielleicht doch noch ein kleiner Flirt in der Vorlesung.