Vom Idealismus der ersten Semester, etwas Besonderes mit seinem Fachwissen zu schaffen, bleibt spätestens bei der Jobsuche nicht mehr viel übrig. Besonders in den beliebtesten Studienfächern wie etwa beim Maschinenbau, BWL oder der Germanistik ist der Arbeitsmarkt hart umkämpft. Hinzu kommt, dass gerade die geisteswissenschaftlichen Studiengänge nicht explizit auf EIN Berufsbild vorbereiten, sondern ein großes, dafür aber auch sehr weitgefasstes fachliches Spektrum anbieten. Was man dann, nach dem Studium, damit macht, muss man erst noch herausfinden. Für viele Absolventen hat sich in diesem Bereich die Aussage: „... irgendwas mit Medien...“ symbolhaft zu einem geflügelten Begriff entwickelt, der die Möglichkeiten in dieser Branche beschreibt aber auch die gewisse Orientierungslosigkeit, die mit einem solchen Berufswunsch einhergeht.

Denn viele wollen diesen Weg gehen. Und nach dem Abschluss, der für einen Medienberuf mehr als durchschnittlich sein sollte, winken zumeist ganz genau zwei Möglichkeiten: ein oder mehrere meist schlecht- oder gar unbezahlte Praktika. Oder ein endloser Bewerbungsmarathon für einen Traumjob beim Fernsehen oder dem trendigen Online-Magazin, auf den noch mindestens 100 weitere Bewerber kommen. Der Stress zahlt sich selbst dann für viele nicht aus, wenn sie den erträumten Job endlich ergattern konnten. Schlechte Bezahlung, Überstunden und anfangs die Aufgaben, die sonst niemand erledigen möchte, prägen die typischen ersten Berufsjahre des Hochschul-Absolventen.

Muss ich in meinen Studienberuf arbeiten? Die Devise lautet: durchhalten!

Die Erkenntnis, dass der neue Job so gut wie gar nichts mit dem zu tun hat, was du an der Uni gelernt hast, wird sicher erst einmal ernüchternd sein. Aber, wenn du durchhältst, und dich durchbeißt in deinem Studienberuf, werden deine Bemühungen schon bald Früchte tragen. Wichtig ist eines: An der Uni hat man dir beigebracht, komplexe Sachverhalte zu verstehen und wissenschaftlich zu forschen. Nutze diese Fähigkeit effektiv an ein komplexes Problem heranzugehen und nutze auch dein Wissen, dich in einem völlig neuen Umfeld schnell zurechtzufinden. Dazu gehört auch, dass du nicht nur die an dich übertragenen Aufgaben erfüllst, sondern selbst auch Forderungen stellen kannst. Denn deine akademische Ausbildung erlaubt es dir, dich ständig weiterzubilden. Wenn du also, wie zumeist üblich, als ein Trainee oder Volontär bei einem Unternehmen für ein bis zwei Jahre einsteigst, erkundige dich vorab nach Weiterbildungsmöglichkeiten und nutze diese sooft du nur kannst. Oft lernst du bei diesen wichtige Leute kennen, die in sich einer ähnlichen Position wie du befinden oder befanden und kannst dich mit ihnen vernetzten. Das A und O im Berufsleben. Sage Bescheid, dass du bei wichtigen Meetings gerne dabei sein willst, um dazuzulernen und suche den Kontakt zu Kollegen, wann immer es geht. Sie können dir wichtige interne Tipps geben, damit dein Berufsstart ein erfolgreicher wird.

Wenn gar nichts mehr geht: Ich will nicht in meinem Studienberuf arbeiten

Manchmal kann man sich noch so sehr anstrengen, die Zähne zusammenbeißen und sich brav zu jedem After-Work-Drink mit den Kollegen zusammensetzen: Man merkt dennoch die ganze Zeit: Es passt einfach nicht! Liegt's am Job, liegt's an den Kollegen? Dies solltest du zuerst für dich prüfen, bevor du dich entscheidest, dich nach etwas Neuem umzugucken. Falls du das Interesse an deinem Studienberuf völlig verloren hast, tröste dich. Niemand wird heutzutage mehr 40 Jahre lang den Beruf ausüben, den er ursprünglich erlernt hat. Lebenslanges Lernen lautete die Devise! Und wenn du dich bereist kurze Zeit nach dem Studium für einen neuen Beruf entscheidest, dann ist das eben so. Andere brauchen dafür länger, aber jeder wird sich über kurz oder lang einmal in seinem Leben für einen Richtungswechsel entscheiden (müssen). In einige Berufe kannst du auch den Quereinstieg wagen ohne gleich eine Ausbildung dafür zu beginnen. Denkbar ist das unter anderem für Berufe im sozialen Bereich, in der Werbung und den Neuen Medien, aber auch im Lehramt gehört der Quereinstieg immer mehr dazu.