E-Book: Selfpublishing

Das eigene Buch nicht nur zu schreiben sondern auch unabhängig von Verlagen veröffentlichen zu können, ist durch das Internet leichter geworden. Was auf Selfpublisher zukommt, wenn sie als Autor und Verleger ihr E-Book veröffentlichen, beleuchtet dieser Glossareintrag

E-Book: Selfpublishing
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Erstellt von LAS-Redaktion vor 2 Monaten
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E-Book: erste Fragen beim Selfpublishing

Beim Selfpublishing wird die gesamte Kette, die ein Verlag meist für Autoren übernimmt, übernommen. Nach dem Schreiben zählen dazu das Korrektorat, das Lektorat, das Layout, die Kalkulation des Preises für das E-Book, die Auswahl des Portals, auf dem das E-Book publiziert wird und die Vermarktung. Wer als Autor zum ersten Mal im Selfpublishing von E-Books unterwegs ist, sollte sich auf viele Fragen einstellen.

Dazu gehören Begriffe wie Impressumspflicht im E-Book, die Angabe des Druckers, da E-Books als Druckwerke zählen, sowie die Buchpreisbindung. Auch für die eigene Rolle als Autor und zugleich Verleger sind rechtliche Fragen zu beantworten: Was muss ich als Unternehmer beachten? Wie melde ich ein Gewerbe an? Welche Steuern fallen an? Bin ich freiberuflich tätig oder gewerblich? Kann ich unter Pseudonym veröffentlichen? Welche Versicherungspflichten habe ich? Für Texter, die zeitgeschichtlich arbeiten: Welche Formulierungen anderer Personen sind vom Urheberrecht geschützt, ab wann plagiiere ich? Ab wann verletze ich das Persönlichkeitsrecht anderer? Was passiert, wenn es zu meinem Wunschtitel bereits ein gleichnamiges Buch gibt? Brauche ich eine ISBN? Was ist die VG Wort? Was sind Bildrechte? Welche Kosten kommen auf mich zu, wenn ich das Lektorat und das Layout nicht selbst machen möchte? Was ist die Buchpreisbindung?

Einen guten Einstieg in das Thema Selfpublishing bieten die Websites Self-Publisher-Bible von Matthias Matting sowie indieautor von Anton Goldberg.

Dienstleistungen für E-Books: Lektorat, Korrektorat

Jedes E-Book sollte Korrektur gelesen werden. Die meisten Autoren sind zu nah an ihren Texten dran, sodass die Gefahr besteht, Orthografie-, Grammatik- und Interpunktionsfehler zu übersehen. Nichts ist ärgerlicher, als das fertige E-Book vor sich zu haben, aus dem einem der Fehlerteufel entgegenspringt.

Neben einem Korrektorat sollte ein E-Book auch von einem Lektor geprüft werden. Während sich Korrektoren auf das "Ausputzen" von Texten beschränken, setzen sich Lektoren zusätzlich mit der DNA des Textes auseinander. Dabei überprüfen sie, ob der Text logisch aufgebaut ist, die Sprache einheitlich und auf das Zielpublikum abgestimmt ist und machen Vorschläge zur Verbesserung von Stil und Struktur.

Layout und Konvertierung von E-Books

Sind die Texte fertig, geht es ans Layout und das Design des E-Books. Hier gibt es Unterschiede zum klassischen Buchdesign und E-Book. Die Herausforderung ist dabei, dass sie auf verschiedenen Endgeräten mit verschiedenen Bildschirmgrößen immer ansprechend aussehen sollen. Egal, ob auf dem Smartphone oder auf einem viel größeren und breiteren Bildschirm – das E-Book soll überall gut zu lesen sein und gut aussehen. Vor allem, wenn Autoren Bücher mit großen Bildanteilen, wie zum Beispiel ein Magazin oder Fotobuch, erstellen, ist es wichtig, sich damit auseinanderzusetzen. Autoren können so sicherstellen, dass die Positionierungen von Bild und Text auf allen Bildschirmen beibehalten werden.

Hintergrund für diese Besonderheit im Selfpublishing ist, dass es keine Standardgröße für digitale Bücher gibt: Jedes Lesegerät ist etwas anders. Dafür ist das mitfließende Format Standard, das sich jedem Gerät optimal anpasst. Das hat zur Folge, dass die Anzahl der Seiten von E-Book-Reader zu Reader schwankt. Um den Effekt gut lesbaren mitfließenden Textes zu unterstützen, ist es ratsam, Text einspaltig zu setzen. Zusätzliche Informationen sollten gebündelt an das Ende von Kapiteln gesetzt werden. Dies betrifft auch Fußnoten. Fußnoten sind normalerweise einer bestimmten Seite zugeordnet. Daher werden sie in E-Books entweder als Verlinkung oder am Kapitelende dargestellt.

Zum Design und Layout gehört auch das Cover. Das ist, vor allem in Hinblick auf die große Konkurrenz, immens wichtig. Oft entscheidet bereits das Cover, ob potenzielle Leser dem E-Book weiter ihre Aufmerksamkeit widmen. Daher sollte das Cover eines E-Books aussagekräftig designt sein. Das Design passt dabei zum Inhalt und Genre des E-Books. Wer sich ein E-Book hat schreiben lassen, sollte es gut genug kennen, um ein treffendes Cover erstellen zu können. Ein Thriller wird eine andere Aufmachung haben, als ein Ratgeber für Zeitmanagement. Auch ist zu beachten, dass das Cover sowohl farbig als auch in Schwarz-Weiß gut aussieht. Dazu empfehlen sich Kontraste. Weil das Cover auf kleinen und großen Bildschirmen sowie im Shop auch als Vorschau erscheint, müssen Titel und Bild auch in Verkleinerung gut zu erkennen sein. Dazu empfiehlt sich eine serifenlose Schrift sowie ein einziges Bild mit markanten Motiven statt mehrerer kleiner.

E-Books können in verschiedene Formate konvertiert werden. Obwohl es viele verschiedene Formate gibt, haben sich drei Standards herausgebildet. Dazu zählen PDF, ePUB, AZW (nur Amazon Kindle) und MOBI. EPUB (electronic publication) ist ein offener Standard und das gängige Format aller Händler jenseits von Amazon.

Selfpublishing: E-Book-Formate

Texter, die ein E-Book geschrieben haben oder Verleger, die sich ein E-Book haben schreiben lassen, sollten sich einen Überblick über gängige Formate verschaffen. Die bekanntesten sind MOBI, PDF, AZW, KF8 und EPUB:

  • MOBI bezeichnet ein älteres Format, das von Geräten verwendet wird, die Kobo oder Kindle nutzen. Mit diesem Format können Händler ihre E-Books Amazons Kindle zur Verfügung stellen.
  • Auch wenn PDF (Portable Document Format) kein Format speziell für E-Books ist, wird es dafür genutzt. Die Besonderheit von PDFs liegt darin, dass das Layout fixiert ist und für die Darstellung in A4 optimiert ist. Damit sind sie vor allem für das Lesen auf kleinen Smartphonebildschirmen ungeeignet.
  • Amazon, das ein geschlossenes System anbietet, hat Formate, die nur auf dem Kindle gelesen werden können. Das sind AZW und KF8 (Kindle Format). Weil AZW wenig Gestaltungsmöglichkeiten bietet, hat Amazon KF8 entwickelt, mit dem u. a. auch skalierbare Vektorgrafiken und interaktive Elemente integriert werden können.
  • EPUB bezeichnet einen offenen Standard, der von den meisten Händlern jenseits von Amazon genutzt wird.

Die Formate entwickeln sich stetig weiter. Im Bereich Barrierefreiheit gibt es Entwicklungen, mit denen beispielsweise Blinde und Seheingeschränkte leichteren Zugang zu Texten bekommen. So können Texte per Sprachausgabe vorgelesen werden. Zusätzlich können E-Books bereits von einigen Browsern dargestellt werden und machen E-Book-Reader bzw. spezielle Programme zum Lesen von E-Books überflüssig. Die Einbindung von Webtechnologie wird das Format EPUB interaktiver machen.

E-Book: Selfpublishing-Händler

Um gefunden zu werden, muss das E-Book zu einem Händler. Zu den Größten zählen innerhalb Deutschlands Amazon mit Kindle, die Allianz von Tolino mit den Gründungspartnern Weltbild, Thalia und Hugendubel sowie den neueren Partnern Mayersche Buchhandlung und Osiander und Libri. Im Gegensatz zu Amazon, das mit Kindle ein geschlossenes System anbietet, können im Universum von Tolino verschiedene Formate aller angeschlossenen Händler gelesen werden. Von der Wahl des Vertriebspartners hängt ab, ob das E-Book auch noch über andere Händler vertrieben werden darf. So schließt beispielsweise Amazons Programm KPD eine Veröffentlichung bei anderen Händlern aus.

Jeder Shop hat unterschiedliche Formate, die er bedient. Von der Wahl des Formates hängt ab, auf welchem Gerät die E-Books gelesen werden können.

E-Books: Distributoren

Den Weg zum Shop finden E-Books entweder, indem Autoren direkt mit den Händlern Kontakt halten. Oder sie nutzen dazu Vertriebspartner, die E-Books an mehrere Shops verteilen. Dazu zählen Plattformen wie BoD, bookrix, epubli, feiyr, libreka, neobooks, openpublishing, tredition und xinxii.

Die Liste ist nicht vollständig und wird sich in Zukunft sicher verändern. Die Branche ist im Umbruch und es entsteht viel Neues. Unternehmen testen neue Features, um herauszufinden, welche Bedürfnisse ihre Zielgruppe hat. Autoren, die zum ersten Mal ein E-Book veröffentlichen wollen, müssen sich bei den einzelnen Distributoren informieren, ob diese auch das anbieten, was sie suchen. Die Anbieter unterscheiden sich zum Beispiel darin, ob sie nur E-Books oder auch eine gedruckte Variante anbieten. Ebenso variiert der Prozentsatz an Honorar, den Autoren für sich behalten können. Auch die erzeugten Formate und die belieferten Shops weichen ab.

Für die Nutzung von Vertriebsplattformen gibt es einige Argumente: Texter müssen ihr E-Book nur einmal mit allen Daten einstellen und haben durch einen Account Übersichtlichkeit. Zugleich unterstützen die Distributoren häufig bei der Erstellung des Layouts mit Vorlagen. Auch fürs Marketing kann die Wahl einer Plattform sinnvoll sein, da diese Erfahrungen darin und ein Eigeninteresse daran haben, das Buch bekannter zu machen. Auch können einige Shops nur mit Hilfe von Vertriebspartnern beliefert werden. Um den Markt größtmöglich abzudecken, sind Partner essenziell.

Autoren, die geübt im Marketing sind und bereits eine Fangemeinde haben, können überlegen, ihre Bücher direkt zu vertreiben, um so mehr Honorar zu erhalten. Ein weiterer Vorteil kann darin liegen, sich exklusiv an Amazon zu binden. Amazon bietet Autoren, die am Produkt KDP (Kindle Direct Publishing) teilnehmen, höhere Honorare und erhöhen so eventuell den Verdienst mit Texten.

Bei der Wahl für oder gegen eine Plattform sollten Autoren wissen, wie ihre Zielgruppe nach neuen E-Books sucht. Außerdem lohnt sich immer wieder eine Marktanalyse, um herauszufinden, welcher Shop über den größten Marktanteil verfügt. Auch die Frage danach, wie häufig abgerechnet wird und, damit verbunden, in welchen Abständen Autoren ihre Honorare erhalten, kann bei der Wahl für oder gegen einen Vertriebspartner wichtig sein.

E-Book: Selfpublishing und Marketing

Nicht unterschätzen sollten werdende Autoren das Marketing für das eigene E-Book. Der Markt wächst und damit auch die Konkurrenz durch andere Autoren, die zu ähnlichen Themen publizieren. Das Marketing fängt bei der Vorbereitung für die Veröffentlichung eines E-Books an. Dazu bieten sich Mittel an, wie die Werbung über die sozialen Netzwerke und eine eigene Website für das E-Book.

Da Bücher, die nur als E-Books vorliegen (noch) nicht im Schaufenster von Buchhandlungen ausgestellt werden, sind andere Wege nötig. Mittel, um E-Books sichtbar zu machen. Eine Möglichkeit dafür sind selbst organisierte Lesungen. Dazu bieten sich Cafés an, kleinere Buchhandlungen, Büchereien oder Messen. Um auf Messen, wie der Frankfurter Buchmesse, zu lesen, kann sich die Mitgliedschaft in einem Verband lohnen. So ermöglicht es beispielsweise der Selfpublisher-Verband seinen Mitgliedern, auf Messen gemeinsame Lesungen zu veranstalten und die E-Books dem Messepublikum zu präsentieren.

E-Book Selfpublishing und Lass-andere-schreiben.de

Das erste eigene Buch zu veröffentlichen ist ein toller Schritt und macht Spaß. Da der Prozess vom ersten Konzept bis zum fertigen Buch bzw. E-Book viele Schritte umfasst, ist es ratsam, sich bei einigen Schritten Unterstützung zu holen. Das kann ein Korrektorat sein, ein Lektorat oder Hilfe beim Layout und Design von erfahrenen Grafikern. Auf Lass-andere-schreiben.de finden sich erfahrene Lektoren und Korrektoren, die unterstützend tätig sein können. Auftraggeber erstellen ein auf ihr Projekt zugeschnittenes Inserat, woraufhin Experten unverbindlich Angebote erstellen.

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