Was ist ein Ghostwriter?

Der neudeutsche Begriff Ghostwriter bzw. Geisterschreiber, bezeichnet den eigentlichen Verfasser einer Arbeit, welche jedoch anschließend unter einem anderen Namen veröffentlicht und vermarktet wird. Es kann verallgemeinernd gesagt werden, dass ein Ghostwriter im Namen eines anderen als Autor tätig ist und dabei selbst anonym bleibt.

Wo ist der Unterschied zwischen einem Plagiat und einem Ghostwriter Text?

Das Resultat eines Ghostwriterauftrags ist von einem einfachen Plagiat zu unterscheiden. Ein Plagiat bezeichnet einen Text oder Textteil, welcher eine ungekennzeichnete Übernahme fremder Gedanken oder Formulierungen enthält. Plagiate können mit Hilfe von Suchmaschinen i. d. R. in Sekundenschnelle entlarvt werden, was in jüngster Vergangenheit bei einer Reihe von akademischen Dissertationen geschah.
Dagegen liefert ein Ghostwriter ein Unikat ab, somit auch je nach Wunsch eine einmalige und stichfeste wissenschaftliche Arbeit. Ein „Auffliegen“ ist daher so gut wie ausgeschlossen. Dieser Aspekt ist von essentieller Bedeutung bei Arbeiten, die einen Universitätsabschluss oder Doktortitel zum Ziel haben.

Warum wollen so viele Autoren Ghostwriter werden?

Für viele deren große Leidenschaft das Schreiben ist, bietet das Ghostwriting eine angenehme Arbeitsatmosphäre. Ghostwriter arbeiten in der Regel selbstständig von zu Hause aus oder einer für sie inspirierenden Umgebung. Dazu können Bibliotheken, schöne Cafés oder aber auch die eigenen vier Wände oder das eigene Büro zählen. Autoren, denen das Verfassen von Hausarbeiten, Ihrer Bachelorarbeit oder Masterarbeit Spaß gemacht hat, denken darüber nach, sich in dieser Branche zu versuchen. Professionell Texte zu schreiben und sich dem Beruf Ghostwriter zu widmen, bedeutet schließlich auch eine fortwährende geistige Entwicklung, angefangen bei schlichten Texten bis hin zu komplexen Doktorarbeiten.
Mit der Selbstständigkeit kommt neben dem Schreiben auch die Pflicht, regelmäßig neue Auftraggeber zu finden. Die festen Arbeitsverträge bei einer Agentur, einem Verlag o. ä. sind umkämpft. Eine freie Mitarbeit bei einer Ghostwriter-Agentur, welche ihr Geld damit verdient, Aufträge zu akquirieren und an Angestellte oder freie Ghostwriter zu verteilen, ist die zweite Wahl. Ein bedeutender Teil des „Kaufpreises“ wird als Vermittlungsgebühr einbehalten und erreicht den eigentlichen Textverfasser nie. So wird nicht nur auf der einen Seite der Preis für die Kunden unnötig in die Höhe getrieben, sondern auch viele qualifizierte Ghostwriter dazu gezwungen, Ihre Arbeit zu einem sehr niedrigen Stundensatz anzubieten.

Sind Ghostwriter nur dazu da, um zu schummeln?

Nein, das Ghostwriting hat einen festen Stellenwert in der Textbranche eingenommen. Tagtäglich kommen große Mengen an Texten in die Läden und werden online und im Druck publiziert. Angefangen bei Magazinen, Zeitschriften, Büchern bis hin zu wissenschaftlichen Publikationen. Der Bedarf nach fähigen Ghostwritern in allen Sparten ist enorm. Ghostwriter sind also nicht nur dazu da, um sich die Hausarbeit schreiben zu lassen oder die Bachelor Thesis nicht selber bearbeiten zu müssen.
Heute kommt kaum noch eine Biografie oder Lebensgeschichte in den Handel, ohne dass einer oder gleich ein ganzes Team von Ghostwritern daran gearbeitet hätten. Auch Institutionen und Konzerne sind auf geschickte Autoren angewiesen, die Präsentationen und Berichte passend formulieren. Ganz zu schweigen von Zeitungen, die täglich Bedarf an neuen Artikeln haben und so die Möglichkeit haben, diese nach Bedarf einzukaufen. Insbesondere beim Anfertigen von wissenschaftlichen Gutachten sind akademische Ghostwriter gerne gesehen.
Generell sind Ghostwriter und das Ghostwriting als solches auch für Privatpersonen interessant, die einen Text verfassen müssen und einfach keinen passenden Anfang finden. Ein verfasster Text kann aber auch als Vorlage genutzt werden, um sich einen Überblick zu schaffen, wie ein bestimmtes Thema angegangen werden kann. Ob es nun die passende Rede zur Hochzeit, zum Jahrestag oder zu einem sonstigen besonderen Anlass ist, bietet es sich an, Unterstützung von erfahrenen Textern zu holen. Einen großen Anteil stellt das akademische Ghostwriting von Hausarbeiten dar, welches Studenten hilft, sich spezifischen Thematiken anzunähern und Vorlagen für komplexe wissenschaftliche Arbeiten erstellen.

Ist der Ghostwriter Beruf "schwer"?

Beim Beruf Ghostwriter lockt die Aussicht, sich die Arbeitszeit und den Arbeitsort frei aussuchen zu können. Dazu ist es verlockend die Chance zu haben, sich immer wieder in diverse Themenbereiche einarbeiten zu können. In Zeiten in denen Laptops Laufzeiten von 10 Stunden aufweisen, gibt es kaum einen Ort, an dem man sich nicht für einen Arbeitstag einrichten kann.
Doch das professionelle Ghostwriting weicht von dem privaten Schreiben deutlich ab. Selbst wenn man Spaß am Schreiben hat, wird der Unterschied schnell klar, wenn durch die näher rückende Deadline das Schreiben vom Spaß- zum Stressfaktor wird. Als Ghostwriter sollte einem darüberhinaus eine außerordentliche Distanz zum geschriebenen Wort selbstverständlich sein. Zum einen gilt es, eine Arbeit abzuliefern, die dem Auftraggeber gefällt, was unter Umständen von der eigenen Vorstellung abweichen kann. Hinzu muss man akzeptieren, dass die Kunden den Ruhm für die gelieferte Arbeit ernten.
Ghostwriter sollten eine strukturierte Arbeitsweise mitbringen, eine schnelle Auffassungsgabe und einen zügigen und trotzdem sorgfältigen Schreibstil. Ist dies nicht der Fall, werden sich schon kleinere Arbeiten ewig in die Länge ziehen und den Stundensatz tief in den Keller ziehen. Hinzu kommt natürlich auch die Selbstdisziplin, selbstständig Fristen und Termine einzuhalten und sich aus eigenem Antrieb heraus motivieren zu können.
Für Studenten besteht die Möglichkeit, relativ einfach in die Welt des Ghostwritings einen Einblick zu gewinnen indem man bei entsprechenden Agenturen anfragt. Oder noch einfacher: Sich gleich auf Lass-andere-schreiben.de als Experte bewerben. Erste Erfahrungen sollten jedoch bereits während des Studiums gesammelt worden sein, im Rahmen der eigenen Seminararbeiten oder Bachelorarbeit. Ohne akademischen Hintergrund wird es schon etwas schwieriger.
Für den, der sich für die Thematik interessiert, lohnt es sich, die angegebenen Quellen und Links anzuschauen.

Quellen und nützliche Links:

G. Heimnis (2009), Academic Ghostwriting, Books on Demand GmbH
Heimnis, G. (2009); Doktortitel: Geheimreport, Books on Demand
Schweitzer, Eric (2013); Als ich einmal Ghostwriter war, www.faz.net/aktuell/beruf-chance/doktorarbeiten-als-ich-einmal-ghostwriter-war-12054417.html
Gras, Anna (2009); Pfusch in der Grauzone, www.taz.de/!38179/
Frisse, Juliane (2011); Geschäfte der Ghostwriter: Von Geisterhand verfasst; www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/geschaefte-der-ghostwriter-von-geisterhand-verfasst-a-747608.html